Fotostudio Plange – Die Geschichte hinter der Geschichte

FotostudioDie Idee zu Stefan und Co (obwohl ein solcher in der ersten Gedankenaufwallung noch gar nicht vorgesehen war!) kam mir beim Zappen: ich landete auf irgendeinem englischsprachigen Sender, der seine Zuseher mit einer schrägen Familiensitcom in die Nacht entlassen wollte. Der Inhalt der Szene, die da über den Bildschirm rauschte: Eine etwas abgehalfterte Mutter (Typ Peggy Bundy), macht ihre fast volljährige Tochter rund, weil diese den Vibrator der (anscheinend) geschiedenen Enddreißigerin nicht wieder an seinen angestammten Platz im Badezimmer gelegt hatte; anscheinend hatte sie gegen die Fremdnutzung des Lustspenders nichts einzuwenden.

Das kann man besser, dachte ich mir und überlegte, wie man daraus eine schwule Fassung machen könnte. Aber: Ein Vater-Sohn-Gespräch über den eigenmächtigen Gebrauch eines Sexspielzeugs? Sorry, ging überhaupt nicht! Es mag zwar schwule Väter mit schwulen Söhnen geben, aber diese Kombination dürfte wohl äußerst selten vorkommen, und ein solches Paar als „meine“ Protaginisten? Vollkommen ausgeschlossen! Aber auch meine Einstellung zum Thema Sex sprach gegen eine solch enge familiäre Bindung, denn ich komme aus einer Generation, da waren einem „turtelnde“ Eltern, die händchenhaltend durch die Innenstadt gingen und sich an jeder Ecke abknutschten, ein Graus; außerdem wollte niemand von uns wissen, was denn Mama und Papa so alles in der Horizontalen anstellten. Es musste also ein verwandtschaftliches Verhältnis gefunden werden, was eng genug ist, dass der eine bei dem anderen Protagonisten wohnen kann, aber dennoch auch entfernt genug ist, um über sexuelle Dinge reden zu können.

 

Geplant war die Geschichte ursprünglich nur als Zweiteiler, also mit weniger Gedanken an einen stimmigen Background der Protagonisten und das große Drumherum. Aber die Leser des Sahnespenders, einer leider untergegangenen schwulen Community, bombardierten mich nach dem ersten Teil mit Kommentaren und etlichen PNs; ich könnte doch keine halbrunde Geshcichte abliefern. Da mich dann auch noch mein damaliger Lektor belatschert hat, wurde es halt mehr als ein Zweiteiler.

Mittlerweile sind es 33 Teile geworden und das nächste Kapitel ist auch schon fast fertig. Übrigens: Die ersten 30 Geschichten kann man auch als eBook erwerben.